Warum haben wir Vorurteile und was können wir dagegen tun?


Stereotype und Vorurteile sind Geschichten, die wir in unserem Kopf haben, die wir gehört, gesehen oder erfahren haben, und die wir dann auf Menschen projizieren, die eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Doch wie kommen solche stereotype Vorannahmen überhaupt zustande? Und wie können wir ihnen vorbeugen?


Die Wurzel des Problems kann man nicht besser auf den Punkt bringen als die Schriftstellerin Chimanda Ngozi Adichie:


"Tell one story about a person as one thing over an over again, and that is what they become."

Nur "eine einzige Geschichte" über einen Menschen bzw. eine Gruppe von Menschen im Erfahrungsschatz zu haben, definiert Chimanda Ngozi Adichie als das, was Stereotype hervorbringt. Wenn wir nur einen einzigen Roman eines afrikanischen Schriftstellers gelesen haben, neigen wir dazu, unsere Erfahrung dieses einen Romans auf alle afrikanischen Romane bzw. Schriftsteller*innen, vielleicht sogar auf alle afrikanischen Menschen, zu projizieren.

Haben wir jedoch viele verschiedene afrikanische Romane gelesen, bietet sich uns ein breites Spektrum an Erfahrungen, und eine demnach breitgefächerte Auffassung von dem, was wir als "afrikanische Literatur" verstehen. Je mehr Romane wir gelesen haben, desto weniger werden wir dazu tendieren die Schriftsteller*innen als "afrikanisch" einzuordnen, sondern vielmehr als "nigerianisch" oder "kongolesisch", denn wir kennen die landesspezifischen Unterschiede, Genres und geschichtlichen Hintergründe. Es bietet sich uns eine komplett andere Auffassung dessen, was wir nach dem Lesen unseres allerersten Romans als "afrikanische Literatur" eingeordnet haben, und was wir von einem einzigen Roman auf alle anderen geschlossen haben.


"A single story makes stereotypes, not because they are untrue but because they are incomplete."

- Chimanda Ngozi Adichie



Stereotype sagen also nichts darüber aus, ob wir gute oder schlechte Menschen sind, oder darüber, ob sie wahr sind oder nicht. Stereotype sind schlicht und einfach unvollständig! Eine unvollständige Repräsentation der Komplexität und Vielfalt der Wirklichkeit.


Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass es niemals eine einzige Geschichte gibt, und wir bewusst darum bemüht sind, mehrere Geschichten und Erfahrungen einzuholen, dann schaffen wir es Stereotype aufzulösen und ihnen vorzubeugen. Unsere Auffassung der Wirklichkeit wird mit jeder Geschichte verfeinert. Starre Vorannahmen und Verallgemeinerungen können diesem breiten Erfahrungsschatz dann nicht mehr standhalten.


When we reject a single story, and acknowledge that there is never a single story about anything, we gain a kind of paradise."

- Chimanda Ngozi Adichie



Dieser Blogbeitrag basiert auf Chimanda Ngozi Adichies herausragenden TED Talk "The danger of a single story", in dem sie dieses komplexe Thema auf so nachvollziehbare und verständliche Weise veranschaulicht, dass man ihr nicht nur intellektuell, sondern auch emotional folgen kann. Bitte höre ihn dir selbst an!




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